Beussel-Odyssee

Beussel-Odyssee

Maskerade (Foto Christian Winterstein 2024)

Kreuz und quer fuhr ich mit meiner Kamera durch Berlin. Aus der S-Bahn, dem Bus und der Tram sowie an Haltestellen und deren Umgebung fing ich ein Bild von Berlin und seinen Menschen ein: ein Bild von der Stimmung in der Stadt und dem Lebensgefühl ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, die mit ihr schicksalhaft verbunden sind.

Eine Auswahl von Bildern meiner Beussel-Odyssee präsentiert das Quartiersmanagement Beusselstraße im Quartiersbüro in der Rostocker Straße 35 in 10553 Berlin.

Inspiriert wurde ich vom Fotografen Tom Wood, der zwei Dekaden lang in Liverpool Aufnahmen in und aus Bussen machte.

Ausgangspunkt meiner Fahrten durch Berlin war immer der Beusselkiez.

Die Bilder entstanden spontan. Meine Arbeit folgte keinem fotografischen Konzept.

Als Fotograf bin ich Beobachter. Möglichst unauffällig bewegte ich mich durch den öffentlichen Raum. Die „natürliche“ Situation und der „natürliche“ Ausdruck waren es, die ich suchte, keine Posen.

Mir begegneten Menschen des Alltags, die wie Odysseus in Homers Epos Prüfungen zu bestehen haben; Reisende, die auf der Suche sind. … Wonach eigentlich?

Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 6. Februar um 19:00 Uhr im Quartiersbüro Beusselstraße in der Rostocker Straße 35 in 10553 Berlin statt.

Ausstellungszeitraum: 07. Februar bis 03. April 2025.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Quartiersbüro besucht werden.

https://qm-beusselstrasse.de/Aktuelles/Aktuelles-Detail/beussel-odyssee-eine-fotografische-reise-durch-unseren-kiez

Logoleiste.

Lesung im Quartiersmanagement Beusselstraße: geringe Resonanz.

Ziel der Arbeit des Quartiersmanagement Beusselstraße ist, so seine Selbstbeschreibung, den Beussel- und Huttenkiez für alle Bewohnerinnen und Bewohner lebenswert zu machen. Es geht um Integration, Nachbarschaft, Bildung, Gesundheit und Vernetzung. Gefördert wird die Arbeit durch das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.

Spätnachmittags lasen Wilhelm Holthus und ich Wer waren Otto und Elise Hampel? im Büro des Quartiersmanagement Beusselstraße.

Die Lesung im Quartiersmanagement Beusselstraße stieß auf geringe Resonanz.

Über die geringe Resonanz war ich enttäuscht. Obwohl Türzettel mit Hinweis auf die Lesung an den Eingangstüren der Häuser klebten und das Quartiersmanagement die Veranstaltung auf seiner Webseite beworben hatte, zählte ich lediglich 10 Besucherinnen und Besucher. Die meisten Stühle blieben unbesetzt. Da hat mir das Lesen nicht so viel Spaß gemacht wie sonst. Gefreut aber haben mich die sehr guten, informierten Fragen zu Hans Fallada und seinem Roman Jeder stirbt für sich allein von den Leuten, die gekommen waren.

Nun gut: Nach der Lesung ist vor der Lesung.

Wer waren Otto und Elise Hampel? – dialogisch-szenische Lesung mit Christian Winterstein und Wilhelm Holthus im Quartiersbüro vom Quartiersmanagement Beusselstraße

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Über die Menschen des Arbeiterwiderstands im Nationalsozialismus beziehungsweise des »Widerstands von unten« ist wenig bekannt. Eine Ausnahme bilden Otto und Elise Hampel. Über ihre Widerstandsaktivitäten gibt es sowohl Gestapo- und Nazijustizakten als auch deren literarische Verarbeitung durch Hans Fallada in seinem 1947 posthum erschienenen Roman »Jeder stirbt für sich allein«.

Wilhelm Holthus und ich lesen Auszüge aus den Nazijustizakten zum Fall Hampel als auch Textpassagen aus Falladas Roman. Das dialogische Prinzip der Gegenüberstellung der historischen Dokumente mit den Romanpassagen schafft dabei einen informativen und spannungsreichen Zugang zum Fall. Beide Zugriffsweisen ergänzen sich: Wo die Akten keine oder nur sehr spärliche Informationen liefern, füllt Fallada bestehende Leerstellen mit seinen schriftstellerischen Mitteln. Dabei gelingt es ihm sehr überzeugend, ein Sittenbild der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus zu zeichnen. Es gibt sowohl Übereinstimmungen als auch Abweichungen zwischen den historisch belegten Fakten und der literarischen Verarbeitung.

Angesichts zunehmender nationalistischer und rechtsextremer Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit dem »Fall Hampel« nicht zuletzt auch die Frage, welche Ermutigung von deren Widerstandsaktivitäten für uns heute ausgehen kann:

Donnerstag, den 14. November 2024 von 17:00 bis 19:30 Uhr.

Quartiersbüro vom Quartiersmanagement Beusselstraße, Rostocker Straße 35 in 10553 Berlin (Bus 106 und 123, Bushaltestelle Wittstocker Straße).

Eintritt frei!