Lesung in der Zentralbibliothek Bremen – ein schöner Erfolg!

Zentralbibliothek Bremen (Foto und Bearbeitung Christian Winterstein 2021)

Zentralbibliothek Bremen (Foto und Bearbeitung Christian Winterstein 2021)

Wer waren Otto und Elise Hampel? in der Krimi-Bibliothek der Zentralbibliothek Bremen war ein schöner Erfolg! Die Veranstaltung am 8. Februar war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Veranstaltungsmanagement der Bibliothek hatte ganze Arbeit geleistet und für einen wundervollen Rahmen gesorgt. Spannend war mitzubekommen, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer, um die 30 an der Zahl, offenbar ein feines Gespür auch für die absurden und komischen Stellen in Jeder stirbt für sich allein hatten, die Fallada selbst oder gerade in einem so schweren Kapitel wie Der letzte Weg eingebaut hatte. Dass diese Zwischentöne für das Publikum erlebbar wurden, war das Verdienst meines Kollegen Wilhelm Holthus, der die Fallada-Passagen wieder sehr anschaulich vortrug: am Ende verdienter Applaus eines zufriedenen Publikums.

Wer waren Otto & Elise Hampel? – eine dialogisch-szenische Lesung mit Christian Winterstein und Wilhelm Holthus

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Dialogisch-szenische Lesung »Wer waren Otto & Elise Hampel« mit Christian Winterstein und Wilhelm Holthus am Donnerstag, den 8. Februar um 17:00 Uhr in der Stadtbibliothek Bremen.

Über die Menschen des Arbeiterwiderstands im Nationalsozialismus beziehungsweise des »Widerstands von unten« ist wenig bekannt. Eine Ausnahme bilden Otto und Elise Hampel. Über ihre Widerstandsaktivitäten gibt es sowohl Gestapo- und Nazijustizakten als auch deren literarische Verarbeitung durch Hans Fallada in seinem 1947 posthum erschienenen Roman »Jeder stirbt für sich allein«.

Wilhelm Holthus und ich lesen Auszüge aus den Nazijustizakten zum Fall Hampel als auch Textpassagen aus Falladas Roman. Das dialogische Prinzip der Gegenüberstellung der historischen Dokumente mit den Romanpassagen schafft dabei einen informativen und spannungsreichen Zugang zum Fall. Beide Zugriffsweisen ergänzen sich: Wo die Akten keine oder nur sehr spärliche Informationen liefern, füllt Fallada bestehende Leerstellen mit seinen schriftstellerischen Mitteln. Dabei gelingt es ihm sehr überzeugend, ein Sittenbild der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus zu zeichnen. Es gibt sowohl Übereinstimmungen als auch Abweichungen zwischen den historisch belegten Fakten und der literarischen Verarbeitung.

Angesichts aktuell zunehmender nationalistischer und rechtsextremer Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit dem »Fall Hampel« nicht zuletzt auch die Frage, welche Ermutigung von deren Widerstandsaktivitäten für uns heute ausgehen kann.

Die Lesung ist eingebettet in ein umfangreiches Programm der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und des Vereins »Erinnern für die Zukunft e. V.« zum 27. Januar, dem offiziellen Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus:

https://www.politische-bildung-bremen.de/veranstaltung/wer-waren-otto-und-elise-hampel

https://www.politische-bildung-bremen.de/assets/Programm_27_Januar_2024_Broschuere.pdf

»Wer waren Otto und Elise Hampel?«, Stadtbibliothek Bremen (Zentralbibliothek), Krimibibliothek im 2. OG, Am Wall 201 in 28195 Bremen (Straßenbahnlinien 2 und 3, Haltestelle Domsheide), Donnerstag, den 8. Februar, Beginn: 17:00 Uhr. Eintritt frei!