Die Hampels und Quangels in Bielefeld.

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Vom 6. Juli bis 30. August ist meine Ausstellung über die beiden Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime, Otto und Elise Hampel, in der Peter-und-Pauls-Kirche in Heepen (Bielefeld) zu sehen.

Eröffnet haben Wilhelm Holthus und ich die Ausstellung am Sonntag, den 5. Juli mit meiner Lesung „Wer waren Otto und Elise Hampel? – eine Lesung für zwei Sprecher“. In dieser Lesung stellen wir Auszüge aus den Gestapo- und Nazijustizakten und Passagen aus Hans Falladas´ Roman Jeder stirbt für sich allein (posthum 1947 erschienen) gegenüber. Im Roman verarbeitet Fallada das Schicksal der beiden Widerstandskämpfer, die dort Otto und Anna Quangel heißen.

Die Lesung am Sonntag verlief sehr gut. 80 Gäste kamen. In einer Kirche lesen Wilhelm Holthus und ich auch nicht alle Tage. Die Peter-und-Pauls-Kirche ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche aus dem Mittelalter. Nun hallt es in diesem alten Gemäuer sehr, und man muss sein Sprechtempo verlangsamen und die Sätze verklingen lassen, Pausen machen, um dann wieder anzusetzen, damit alles verstehbar bleibt. Aber wenn man das macht, dann klingt es wirklich gut, bekommen Sprache und Sätze einen besonderen Gehalt. Bei der Sprechprobe am Sonnabend hatte nicht alles geklappt, aber am Sonntag lief es richtig gut. Jedenfalls waren die Rückmeldungen der beeindruckten Gäste auf dem anschließenden Empfang positiv: Man habe alles gut verstehen können!

Danach gab es noch ein Essen in einem Restaurant gegenüber der Peter-und-Pauls-Kirche, ausgerichtet von den freundlichen Gastgebern der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Heepen-Oldentrup.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August in der Peter-und-Pauls-Kirche Heepen zu sehen, gemeinsam mit Grafiken des Bielefelder Künstlers Peter Flachmann zum Roman „Jeder stirbt für sich allein“.

Veranstalter: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heepen-Oldentrup.

Ausstellungsort: Peter-und-Pauls-Kirche Heepen, Heeper Straße 437 in 33719 Bielefeld.

Öffnungszeiten: Offene Kirche sonntags bis freitags von 15:00 bis 17:00 Uhr.

https://www.kirche-bielefeld.de/veranstaltung-detailansicht/ausstellung-otto-und-elise-hampel

Otto und Elise Hampel – Heeper Kulturjahr 2026

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Die Ausstellung „Otto und Elise Hampel – Karte bitte wandern lassen!“ wandert anlässlich des Heeper Kulturjahrs 2026 in die Peter-und-Pauls-Kirche nach Heepen (Bielefeld). Sie wird dort vom 6. Juli bis zum 30. August 2026 präsentiert und von mir mit meiner Lesung „Wer waren Otto und Elise Hampel?“ am 5. Juli um 17:00 Uhr gemeinsam mit Wilhelm Holthus eröffnet.

Die Ausstellung stellt fotografische Reproduktionen der Postkarten und Flugzettel der Berliner Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime in den Mittelpunkt.

Der große deutsche Erzähler Hans Fallada verarbeitete das Schicksal der Hampels literarisch in seinem Roman „Jeder stirbt für sich allein“ (posthum 1947 erschienen).

Die Lesung stellt die historischen Dokumente aus den überlieferten Gestapo- und Nazijustizakten sowie Passagen aus dem Roman dialogisch gegenüber und schafft dabei einen informativen und spannungsreichen Zugang zum „Fall Hampel“.

Peter-und-Pauls-Kirche Heepen, Heeper Straße 437 in 33719 Bielefeld.

Zu sehen ist die Ausstellung von Sonntag bis Freitag im Rahmen der Offenen Kirche.

Weitere Informationen auf www.evangelisch-in-heepen.de.

Lesung in der Zentralbibliothek Bremen – ein schöner Erfolg!

Zentralbibliothek Bremen (Foto und Bearbeitung Christian Winterstein 2021)

Zentralbibliothek Bremen (Foto und Bearbeitung Christian Winterstein 2021)

Wer waren Otto und Elise Hampel? in der Krimi-Bibliothek der Zentralbibliothek Bremen war ein schöner Erfolg! Die Veranstaltung am 8. Februar war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Veranstaltungsmanagement der Bibliothek hatte ganze Arbeit geleistet und für einen wundervollen Rahmen gesorgt. Spannend war mitzubekommen, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer, um die 30 an der Zahl, offenbar ein feines Gespür auch für die absurden und komischen Stellen in Jeder stirbt für sich allein hatten, die Fallada selbst oder gerade in einem so schweren Kapitel wie Der letzte Weg eingebaut hatte. Dass diese Zwischentöne für das Publikum erlebbar wurden, war das Verdienst meines Kollegen Wilhelm Holthus, der die Fallada-Passagen wieder sehr anschaulich vortrug: am Ende verdienter Applaus eines zufriedenen Publikums.

Wer waren Otto & Elise Hampel? – eine dialogisch-szenische Lesung mit Christian Winterstein und Wilhelm Holthus

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Ausschnitt einer fotografischen Reproduktion eines überlieferten Hampel-Flugzettels (Foto vom Foto Christian Winterstein 2018)

Dialogisch-szenische Lesung »Wer waren Otto & Elise Hampel« mit Christian Winterstein und Wilhelm Holthus am Donnerstag, den 8. Februar um 17:00 Uhr in der Stadtbibliothek Bremen.

Über die Menschen des Arbeiterwiderstands im Nationalsozialismus beziehungsweise des »Widerstands von unten« ist wenig bekannt. Eine Ausnahme bilden Otto und Elise Hampel. Über ihre Widerstandsaktivitäten gibt es sowohl Gestapo- und Nazijustizakten als auch deren literarische Verarbeitung durch Hans Fallada in seinem 1947 posthum erschienenen Roman »Jeder stirbt für sich allein«.

Wilhelm Holthus und ich lesen Auszüge aus den Nazijustizakten zum Fall Hampel als auch Textpassagen aus Falladas Roman. Das dialogische Prinzip der Gegenüberstellung der historischen Dokumente mit den Romanpassagen schafft dabei einen informativen und spannungsreichen Zugang zum Fall. Beide Zugriffsweisen ergänzen sich: Wo die Akten keine oder nur sehr spärliche Informationen liefern, füllt Fallada bestehende Leerstellen mit seinen schriftstellerischen Mitteln. Dabei gelingt es ihm sehr überzeugend, ein Sittenbild der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus zu zeichnen. Es gibt sowohl Übereinstimmungen als auch Abweichungen zwischen den historisch belegten Fakten und der literarischen Verarbeitung.

Angesichts aktuell zunehmender nationalistischer und rechtsextremer Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit dem »Fall Hampel« nicht zuletzt auch die Frage, welche Ermutigung von deren Widerstandsaktivitäten für uns heute ausgehen kann.

Die Lesung ist eingebettet in ein umfangreiches Programm der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und des Vereins »Erinnern für die Zukunft e. V.« zum 27. Januar, dem offiziellen Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus:

https://www.politische-bildung-bremen.de/veranstaltung/wer-waren-otto-und-elise-hampel

https://www.politische-bildung-bremen.de/assets/Programm_27_Januar_2024_Broschuere.pdf

»Wer waren Otto und Elise Hampel?«, Stadtbibliothek Bremen (Zentralbibliothek), Krimibibliothek im 2. OG, Am Wall 201 in 28195 Bremen (Straßenbahnlinien 2 und 3, Haltestelle Domsheide), Donnerstag, den 8. Februar, Beginn: 17:00 Uhr. Eintritt frei!